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Konzept zur Stärkung zivilgesellschaftlicher Prozesse im Klimaschutz

Konzept zur Einbeziehung aller dient als Handlungsgrundlage bis Mitte 2018

Die Gemeinde Burbach geht im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit gutem Beispiel voran, saniert ihre Liegenschaften, setzt erneuerbare Energien ein, wirkt Flächenversiegelung entgegen und ermöglicht Windkraftanlagen. Doch die kommunalen Potenziale und Möglichkeiten sind begrenzt, denn die Gemeinde Burbach verfügt nicht über einen eigenen Energieversorger wie Gemeindewerke und über geringe personelle Kapazitäten und Mittel für die Umsetzung „freiwilliger“ Maßnahmen und keinerlei rechtliche Handhabe. Daher wird viel Informationsarbeit betrieben, die zur Bewusstseinsschaffung und Mobilisierung der zivilgesellschaftlichen Zielgruppen mit möglichst geringem Aufwand für diese dienen soll. Es gibt zudem diverse Mitmach-Aktionen und Förderungen. Das wesentliche Element für den zivilgesellschaftlichen Prozess im Klimaschutz ist der Verein zur Förderung der natürlichen Lebensgrundlagen e. V.

Zivilgesellschaftliche Prozesse im Klimaschutz sind:

Demokratische Beteiligungsprozesse

Sie erhöhen die Akzeptanz für Klimaschutzprojekte und die Identifikation mit den Klimaschutzzielen der Gemeinde. Sie liefern der Gemeinde außerdem wertvolle Anregungen für die Projektplanung, für die Schaffung adäquater Rahmenbedingungen und tragen zum Dialog bei, der der Zivilgesellschaft ebenfalls neue Erkenntnisse liefern kann.

Beispiele:

  • Mitspracherechte, z. B. Beteiligungsverfahren in der Planfeststellung zu den Windkraft-Vorrangzonen
  • Mitbestimmungsmöglichkeiten, z. B. Workshops bei der Erstellung von Klimaschutzkonzepten, Dorfdialoge
  • finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten an Projekten anderer, z. B. Bürgersolaranlagen auf gemeindeeigenen Dächern
  • Haushaltsbefragungen mit Abstimmungsmöglichkeiten oder Meinungsabfrage

Eigenverantwortliches Handeln (Projekte und Investitionen, Verhalten)

Die Akteure der Zivilgesellschaft setzen eigene Projekte aus den Handlungsfeldern Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Suffizienz etc. um, die mit (theoretisch) messbaren Emissionsminderungen einhergehen.

Beispiele:

  • Investive Maßnahmen, z. B. Realisierung von Projekten wie eigene Photovoltaikanlagen oder Pelletheizungen, Fassadendämmung
  • Gründung einer Energiegenossenschaft (Betrieb und finanzielle Beteiligung bei Energieprojekten zum Wohle der Mitglieder)
  • Verhaltensänderungen, z. B. Reduzierung des Fleischkonsums, Umsteigen auf den ÖPNV

Multiplikatorfunktion (Bildung und Bewusstsein)

Akteure, die selbst Wissen oder Erfahrungen um den Klimaschutz gesammelt haben, begeistern, informieren, motivieren und leiten andere an und befähigen sie, sich für den Klimaschutz einzusetzen.

Beispiele:

  • Ein Unternehmer des BUfRE präsentiert den anderen Teilnehmern ein erfolgreiches Projekt im Handlungsfeld Druckluftoptimierung
  • Der Verein zu Förderung der natürlichen Lebensgrundlagen e. V. führt eine Klimalesung durch
  • Ein Nahwärme-Genosse stellt sein Projekt beim Burbacher Klimaforum vor
  • Hausbesitzer und Unternehmen öffnen ihre Türen beim Energietag, um ihre Energie-Projekte vorzustellen
  • Klimabotschafter teilen ihr Wissen, indem sie Haushalte zum Thema Energiesparen beraten

Forschung und Entwicklung

Generierung von Wissen und Erprobung klimaschützender Technologien. Burbach ist kein Hochschulstandort, weshalb diese Art der Zivilgesellschaftlichen Prozesse vor Ort (leider) eine untergeordnete Rolle spielt.

Beispiele:

  • Studierende der TH Köln erstellten 2016 vier Nahwärme-Machbarkeitsvorstudien und stellten Bürgern diese beim Klimaforum vor.

Die Gemeinde Burbach kann zivilgesellschaftliche Prozesse stärken, indem sie die Akteure der Zivilgesellschaft befähigt, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für den Klimaschutz einzusetzen. Um sich für den Klimaschutz einsetzen zu können, müssen folgende Rahmenbedingungen gegeben sein:

  • Wissen und Erfahrungen
  • Kompetenzen
  • Weitsichtigkeit und Systemdenken
  • Vernetzungsmöglichkeiten
  • Zeit
  • Finanzielle Mittel
  • Anreizsysteme (finanzielle, gesellschaftliche Anerkennung)

Diese Rahmenbedingungen können in gewissem Rahmen von der Gemeindeverwaltung Burbach beeinflusst werden. Darüber hinaus benötigen Gemeinschaftsprojekte – auch wenn sie durch die Zivilgesellschaft initiiert werden –, oftmals Leadership im Projektmanagement, welches die Gemeinde Burbach durch die Klimaschutzstelle anbieten kann.

Das Konzept zur Stärkung zivilgesellschaftlicher Prozesse im Klimaschutzbeinhaltet Maßnahmen, den Klimaschutz in Burbach bürgerfreundlich und praktikabel zu gestalten unter Mitspracherecht aller Akteure und Betroffenen. Es dient als Handlungsleitfaden für die Umsetzung des Masterplans bis Mitte 2018.